Die Snow Amanogarnele (Caridina multidentata var. "Snow") ist die erste farbstabile Zuchtform der legendären Amanogarnele – strahlend weiß wie Schnee, genauso effektiv gegen Algen und ebenso robust wie die Wildform. Sie stammt aus taiwanesischer Zucht, wird 3–5 cm groß und ist ideal für Aquascapes und Gesellschaftsbecken. Ihre weiße Färbung ist dauerhaft und färbt sich – anders als bei fütterungsbedingten Weißfärbungen – nicht zur Wildform zurück.
TL;DR – Snow Amanogarnele auf einen Blick
- Art: Caridina multidentata var. "Snow" (Zuchtform aus Taiwan)
- Größe: 3–5 cm (Weibchen größer als Männchen)
- Wasserwerte: pH 6,5–7,5 · GH 6–20 · 16–26 °C
- Haltung: Gruppe ab 5–10 Tieren, Aquarium ab 60 cm
- Stärke: Bester Algenfresser im Aquarium (Faden-, Pinsel-, Bartalgen)
- Besonderheit: Dauerhaft strahlend weiß – farbstabile Zuchtform
- Vergesellschaftung: Friedlich mit Neocaridina, kleinen Fischen, Schnecken
- Zucht: Schwierig – Larven benötigen Brackwasser
- Lebenserwartung: 5–8 Jahre (bei guter Pflege)
Inhaltsverzeichnis
- Steckbrief: Snow Amanogarnele
- Was macht die Snow Amanogarnele so besonders?
- Snow Amano vs. Wildform – die Unterschiede
- Haltung und Pflege
- Wasserwerte und Temperatur
- Ernährung und Fütterung
- Die Algenpolizei: Welche Algen frisst die Snow Amano?
- Vergesellschaftung
- Eingewöhnung neuer Tiere
- Zucht und Nachzucht
- Häufige Fehler bei der Haltung
- FAQ – Häufige Fragen zur Snow Amanogarnele
Die Snow Amanogarnele – strahlend weiß und ein effektiver Algenfresser
Mein Video zur Snow Amanogarnele auf dem Kanal „Emotion in Aqua"
Steckbrief: Snow Amanogarnele
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Caridina multidentata var. "Snow" |
| Deutsche Namen | Snow Amanogarnele, Weiße Amanogarnele |
| Stammform | Amanogarnele (Caridina multidentata) * |
| Herkunft | Zuchtform aus Taiwan (Wildform: Japan, Taiwan, Korea) |
| Körperlänge | 3–5 cm (Weibchen größer) |
| Lebenserwartung | 5–8 Jahre (bei optimaler Pflege) |
| Temperatur | 16–26 °C |
| pH-Wert | 6,5–7,5 |
| Gesamthärte (GH) | 6–20 °dGH |
| Mindestgruppengröße | 5–10 Tiere |
| Beckengröße | Ab 54 Liter / 60 cm Kantenlänge |
| Schwimmbereich | Alle Bereiche (sehr aktiv) |
| Ernährungstyp | Allesfresser / Algenvernichter |
| Nachzucht | Schwierig – Larven benötigen Brackwasser |
| Besonderheiten | Farbstabil weiß; bester Algenfresser; sehr langlebig |
Was macht die Snow Amanogarnele so besonders?
Die Snow Amanogarnele * ist die erste gezielt gezüchtete Farbvariante der weltbekannten Amanogarnele *. Im Gegensatz zur Wildform, die durch ihren transparenten Körper mit feinen Punkten und Strichen besticht, zeichnet sich die Snow-Variante durch ihr intensives, strahlendes Weiß aus – eine Färbung, die an eine schimmernde Schneeflocke erinnert.
Besonders wichtig: Die weiße Färbung ist dauerhaft und farbstabil. Anders als bei einigen anderen weißen Amanogarnelen, die nur durch spezielle Fütterung und Dunkelhaltung vorübergehend weiß erscheinen, wurde die Snow-Variante durch gezielte Zucht einer Farbmutation hervorgebracht. Den Tieren fehlen nahezu alle dunklen Farbpigmente. Langzeittests über drei Monate bei verschiedenen Wasserwerten und unterschiedlicher Fütterung bestätigen: Die Tiere bleiben dauerhaft weiß.
Nicht nur optisch ist sie ein Highlight: Als Algenfresser ist die Snow Amano genauso effektiv wie die Wildform – und damit einer der besten Algenfresser im Aquarium überhaupt.
Snow Amano vs. Wildform – die Unterschiede
| Merkmal | Snow Amano | Wildform |
|---|---|---|
| Färbung | Strahlend weiß, transparent | Grau-transparent mit Punkten/Strichen |
| Eierfarbe | Schneeweiß (Eipaket) | Grünlich-grau |
| Herkunft | Zuchtform aus Taiwan (DNZ) | Wildfang oder DNZ (Japan, Taiwan) |
| Algenleistung | Gleich effektiv | Top-Algenfresser |
| Verhalten | Gleich lebhaft und aktiv | Sehr lebhaft und aktiv |
| Farbstabilität | Dauerhaft (genetisch fixiert) | – |
| Zusammen haltbar? | Ja – keine Kreuzung im Süßwasser möglich (Larven überleben nicht) | |
Neben der Snow-Variante gibt es mittlerweile auch gelbe und rote Zuchtformen der Amanogarnele. Alle Farbvarianten können problemlos zusammen gehalten werden, da eine Verpaarung im Süßwasser ohnehin keinen Nachwuchs ergibt.
Haltung und Pflege
Die Snow Amanogarnele * ist robust und anpassungsfähig, was sie ideal für Anfänger und erfahrene Aquarianer gleichermaßen macht. Sie ist eine der wenigen Caridina-Arten, die auch in normalem Leitungswasser problemlos gehalten werden kann.
- Gruppengröße: Mindestens 5–10 Tiere – in Gruppen sind sie deutlich aktiver und zeigen natürliches Sozialverhalten
- Bepflanzung: Gut bepflanztes Aquarium mit Wasserpflanzen *, Moosen und Oberflächen zum Abweiden
- Bodengrund: Soil *, Sand oder Kies – die Snow Amano ist flexibel
- Dekoration: Wurzeln und Steine * bieten zusätzliche Abweideflächen und Verstecke
- Beleuchtung: Gedämpft bis stark – auf dunklem Bodengrund kommt das Weiß besonders gut zur Geltung
Wichtig: Amanogarnelen sind ausgesprochen schwimmfreudig. Ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge ist das Minimum. Bei den spektakulären Paarungsschwimmen, bei denen die Männchen wild durchs Becken rasen, brauchen sie Platz!
Wasserwerte und Temperatur
Einer der großen Vorteile der Snow Amanogarnele: Sie toleriert ein breites Spektrum an Wasserwerten und ist damit deutlich unkomplizierter als viele andere Caridina-Arten.
| Parameter | Idealbereich |
|---|---|
| Temperatur | 18–24 °C (verträgt 16–26 °C) |
| pH-Wert | 6,5–7,5 |
| Gesamthärte (GH) | 6–20 °dGH |
| Karbonathärte (KH) | 3–15 °dKH |
| Nitrat (NO₃) | < 20 mg/l |
Wichtig: Kupfer ist tödlich!
Wie alle Garnelen reagiert die Snow Amano extrem empfindlich auf Kupfer. Verwende niemals kupferhaltige Medikamente oder Dünger mit hohem Kupferanteil im Garnelenbecken. Auch die Düngung sollte garnelenfreundlich sein.
Ernährung und Fütterung
Snow Amanogarnelen * sind Allesfresser mit einem erhöhten Eiweißbedarf. Sie sind fast ununterbrochen auf Nahrungssuche und durchkämmen Pflanzen, Bodengrund und Dekoration nach Aufwuchs, Biofilm und Futterresten.
| Futtertyp | Beispiele | Häufigkeit |
|---|---|---|
| Algen & Aufwuchs | Fadenalgen, Pinsel-/Bartalgen, Biofilm | Permanent (Hauptnahrung) |
| Garnelenfutter | Proteintabs, Garnelensticks, Mineralpulver | 2–3× pro Woche |
| Naturkost | Überbrühte Brennnessel, Spinat, Hokkaido, Seemandelbaumblätter | 1–2× pro Woche |
| Proteinreiches Futter | Frostfutter (Artemia, Cyclops), getrocknete Daphnien | 1× pro Woche |
Fütterungstipp: Wenn die Amanos aktiv an Pflanzen zupfen oder sogar Futter von kleineren Garnelen stibitzen, ist das ein Zeichen für Hunger. Dann solltest du die Fütterungsfrequenz erhöhen. Amanogarnelen räumen auch abgestorbene Pflanzenteile, Futterreste und sogar tote Artgenossen oder Fische auf – echte Gesundheitspolizei!
Die Algenpolizei: Welche Algen frisst die Snow Amano?
Die Amanogarnele gilt als der effektivste Algenfresser im Süßwasseraquarium. Auch die Snow-Variante steht der Wildform in nichts nach. Besonders wirksam ist sie gegen:
| Algenart | Wirksamkeit | Anmerkung |
|---|---|---|
| Fadenalgen | Absolute Spezialität – werden regelrecht „aufgerollt" | |
| Algenbeläge (grün/braun) | Effektiv auf Glas, Steinen, Pflanzen | |
| Pinselalgen / Bartalgen | Gut, besonders junge Bestände | |
| Staubalgen | Werden mitgefressen | |
| Blaualgen (Cyano) | Werden gemieden – hier hilft andere Strategie |
Faustregel: Für ein Aquarium mit Algenproblemen empfehle ich 1 Amanogarnele pro 10 Liter. In einem 60-Liter-Becken sind also 5–6 Snow Amanos ein guter Einstieg. Bei akutem Algenproblem darf es auch mehr sein.
Das strahlende Weiß der Snow Amano hebt sich besonders auf dunklem Bodengrund ab
Vergesellschaftung
Snow Amanogarnelen * sind ausgesprochen friedliche Tiere. Eine Verpaarung mit anderen Caridina-Arten ist ausgeschlossen, da die Larven im Süßwasser nicht überleben – verschiedene Farbvarianten und Garnelenarten können also bedenkenlos zusammen gehalten werden.
| Tierart | Geeignet? | Anmerkung |
|---|---|---|
| Neocaridina-Garnelen | Keine Kreuzung möglich; friedliches Nebeneinander | |
| Andere Amano-Varianten (Wildform, Red, Yellow) | Kein Nachwuchs im Süßwasser – problemlos mischbar | |
| Schnecken * | Ergänzende Algenfresser; keine Konflikte | |
| Zwergbärblinge (Boraras) | Klein und friedlich; kein Risiko für die Garnelen | |
| Kardinalfische | Friedlich; Amanos durch ihre Größe geschützt | |
| Kleine Salmler / Bärblinge | Amanos sind groß genug, um nicht gefressen zu werden | |
| Zwergkrebse | Kann bei Häutung zu Übergriffen kommen | |
| Buntbarsche / große Barsche | Garnelen werden als Beute betrachtet | |
| Diskus / Skalare | Fressen selbst ausgewachsene Amanos |
Eingewöhnung neuer Tiere
Garnelen sind empfindlicher als Fische, wenn es um den Transport und das Einsetzen geht. So gewöhnst du deine Snow Amanos optimal ein:
- Vor dem Einsetzen einen kleinen Wasserwechsel (20–30 %) durchführen
- Tröpfchenmethode: Transportbeutel öffnen und über 1–2 Stunden langsam Aquariumwasser zutröpfeln lassen
- Huminstoffe zusetzen: Seemandelbaumblätter * oder LiquidHumin * helfen, Stress abzubauen und das Immunsystem zu stärken
- Kräuterelixiere: Produkte wie Artemiss und Herbtana unterstützen das biologische Gleichgewicht
- Nicht füttern am ersten Tag – die Garnelen sollen sich erst orientieren
Weiterführende Infos zum Thema Huminstoffe im Aquarium und ihre Wirkung und Nutzen für Pflanzen und Tiere erhältst du in meinem ausführlichen Artikel zu Huminstoffen im Aquarium.
Zucht und Nachzucht
Die Zucht der Snow Amanogarnele gehört zu den anspruchsvollsten Projekten in der Garnelenhaltung. Wie alle Amanogarnelen gehört sie zum sogenannten „primitiven Fortpflanzungstyp" (prolonged type):
- Die Weibchen tragen bis zu 2.000 winzige Eier (schneeweiß!)
- Aus den Eiern schlüpfen mikroskopisch kleine Larven, die im Süßwasser nur wenige Tage überleben
- In der Natur werden die Larven durch die Flussströmung ins Brackwasser/Meer gespült, wo sie aufwachsen
- Nach der Metamorphose zur fertigen Garnele wandern sie zurück ins Süßwasser
Für die Nachzucht zu Hause brauchst du daher ein separates Aufzuchtbecken mit Brackwasser (ca. 30–35 ‰ Salzgehalt), Mikroalgen als Futter für die Larven und viel Geduld. Wichtig: Die tragenden Weibchen niemals im Brackwasser halten – erwachsene Amanos sind reine Süßwasserbewohner!
Der Zucht-Stamm der Snow Amano ist laut Züchterangaben sehr erbfest. Da sich der Nachwuchs im normalen Süßwasseraquarium ohnehin nicht entwickelt, können Snow Amanos bedenkenlos zusammen mit wildfarbenen Amanos gehalten werden.
Häufige Fehler bei der Haltung
Diese Fehler solltest du vermeiden:
- Kupferhaltige Produkte: Kupfer ist für Garnelen tödlich – auch in Dünger oder Medikamenten prüfen
- Zu wenig Futter: Wenn Algen knapp werden, müssen Amanos zugefüttert werden – sonst gehen sie an Pflanzen
- Zu kleine Gruppe: Einzelne Amanos sind gestresst und weniger aktiv – mindestens 5 Tiere halten
- Nicht eingefahrenes Becken: Garnelen erst in ein stabiles Aquarium nach abgeschlossener Einfahrphase einsetzen
- Schnelles Umsetzen: Immer Tröpfchenmethode verwenden – schnelle Parameteränderungen können Häutungsprobleme verursachen
- Zu hohe Temperaturen: Über 26 °C reduziert die Lebenserwartung deutlich – besser unter 24 °C halten
- Abdeckung vergessen: Amanos sind exzellente Kletterer und können aus offenen Becken entkommen – besonders nachts!
Fazit
Die Snow Amanogarnele * ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch ein unverzichtbarer Helfer im Aquarium. Mit ihrem unermüdlichen Appetit auf Algen trägt sie maßgeblich zur Reinheit des Wassers bei und sorgt gleichzeitig für eine lebendige Atmosphäre im Becken. Besonders in einem gut bepflanzten Aquascape mit dunklem Bodengrund kommt ihr strahlendes Weiß eindrucksvoll zur Geltung.
Wenn du eine Garnelenart suchst, die sowohl ästhetisch als auch funktional überzeugt – die Snow Amanogarnele ist eine hervorragende Wahl.
FAQ – Häufige Fragen zur Snow Amanogarnele
Bleibt die Snow Amanogarnele dauerhaft weiß?
Ja. Anders als bei temporären Weißfärbungen durch spezielle Fütterung oder Dunkelhaltung handelt es sich bei der Snow Amano um eine genetisch fixierte Farbmutation. Den Tieren fehlen nahezu alle dunklen Farbpigmente. Langzeittests über drei Monate bei verschiedenen Wasserwerten und Fütterung bestätigen die Farbstabilität.
Wie groß wird die Snow Amanogarnele?
Die Snow Amano erreicht eine Größe von 3 bis 5 cm. Weibchen werden in der Regel größer als Männchen. Damit ist sie deutlich größer als die meisten Neocaridina-Zwerggarnelen und auch optisch imposanter.
Kann man Snow Amanos mit normalen Amanos zusammen halten?
Ja, problemlos. Die beiden Varianten können sich zwar theoretisch verpaaren, aber da die Larven im Süßwasser ohnehin nicht überleben, entsteht kein Mischnachwuchs. Snow, Wildform, gelbe und rote Amanos können bedenkenlos zusammen gehalten werden.
Kann man Snow Amanogarnelen im Süßwasser züchten?
Nein. Die Larven benötigen Brackwasser zur Entwicklung. Im normalen Süßwasseraquarium schlüpfen zwar Larven, sterben aber innerhalb weniger Tage. Für eine erfolgreiche Nachzucht brauchst du ein separates Brackwasser-Aufzuchtbecken mit Mikroalgen als Futter.
Wie viele Snow Amanos brauche ich gegen Algen?
Als Faustregel: 1 Amano pro 10 Liter Aquariumwasser. In einem 60-Liter-Becken sind also 5–6 Tiere ein guter Einstieg. Bei akutem Algenproblem darf es auch mehr sein. Mehr zum Thema Algen im Aquarium.
Ist die Snow Amanogarnele für Anfänger geeignet?
Ja. Die Haltung ist unkompliziert – sie toleriert ein breites Spektrum an Wasserwerten und ist eine der wenigen Caridina-Arten, die auch in normalem Leitungswasser gut leben kann. Lediglich die Zucht ist anspruchsvoll und eher etwas für erfahrene Garnelenhalter.
Wie alt wird die Snow Amanogarnele?
Bei optimaler Pflege und kühlen Temperaturen unter 24 °C können Snow Amanogarnelen 5 bis 8 Jahre alt werden – deutlich länger als die meisten Neocaridina-Garnelen (1–2 Jahre). Diese Langlebigkeit macht sie zu einer besonders lohnenden Anschaffung.
Fressen Snow Amanos Pflanzen?
Normalerweise nicht. Amanogarnelen gehen nur dann an gesunde Pflanzen, wenn sie nicht ausreichend gefüttert werden und alle Algen und Aufwuchs im Becken abgefressen sind. Regelmäßige Zufütterung mit Garnelenfutter und Naturkost verhindert Pflanzenschäden.
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